
Nikon AW120 Outdoor Action Cam – kompakt und robust.
24. Juli 2014 Aus Von SteveOutdoor Kameras sind lange nicht mehr schwere Brocken und sündhaft teure Gerätschaften für Extremsportler. Der Spaß mit den Outdoor Kameras ist längst leistbar geworden. Nikon hat die AW-Serie mit der kompakten Nikon AW120 ergänzt.
Zuletzt ließ Nikon aufhorchen als die Nikon AW1, (zum Test) auf den Markt kam. Eine im wahrsten Sinne des Wortes waschechte Systemkamera die bis 15 Meter problemlos abtauchen kann.
Jetzt wurde die Tauchtiefe ein weiteres Mal verbessert. Die AW120 kommt nun auf 18 Meter Tauchtiefe was alle OWD – Open Water Diver freuen wird.
Unboxing
Nikon legt alles bei was wichtig ist. Neben einen Ladegerät, Micro-USB Kabel, Akku und Handschlaufe die enorm lang ist, liegt auch ein kleiner Reinigungspinsel bei – bisher einzigartig und im Outdoorbereich oft hilfreich.
Handling
Sehr wichtig und immer wieder ein Thema bei Kameras ist das Handling. Die Nikon AW 120 liegt sehr gut in der Hand. Die Größe, für eine Kompaktkamera schon recht groß aber noch akzeptabel. Mit 66,0 x 110,1 x 25,8 mm und ein Gesamtgewicht von 213 Gramm geht das im Outdoor-Bereich völlig in Ordnung.
Fast schon stolz steht vorne an der Front alles drauf was wichtig erscheint. Die Kamera ist in einem Metallgehäuse eingefasst das mit einem griffigen Gummi überzogen ist. Spaltmaße sind hier ein Fremdwort.
Sogleich zu erkennen, die Nikon hat ebenfalls WiFi verbaut um per Smartphone gesteuert zu werden. Zwar im Outdoor-Bereich eher selten nützlich, im Freizeit-Bereich bestimmt ein netter Zusatz. Die Einsatzdistanz liegt hier bei zirka 30 Meter.
Ein LED Fokus-Hilfs-Licht dient bei schwachem Licht den Fokus richtig zu setzen. Der Blitz scheint klein und schwach zu sein doch hat der mächtig was drauf. Das Objektiv mit sehr guten 24mm (f 2,8) Weitwinkel nach Kleinbild sitzt links oben wie auch bei Olympus.
Ansicht und Funktionen
Oben befindet sich außer dem GPS, der Power On/Off und der Auslösetaste nicht viel. Die Gummierung für eine bessere Griffigkeit zieht sich hier durch. Erstaunlich, dass sich in so einem Gehäuse neben Robustheit und Widerstandsfähigkeit auch ein 24mm Weitwinkel, ein 5fach optischer Zoom und der 16MP Sensor verbirgt.
Mal ganz anders als bei sonstigen Herstellerkameras ist der Verschluss der Nikon AW 120 – einfach und dennoch so genial. Per drücken und drehen wird der Verschluss geöffnet. Sehr leichtgängig und doch fest eingerastet. Dank Gummilammelen in der Farbe Gelb wird verhindert, dass sich Staub, Sand, Schlamm und Wasser in den Anschlüssen absetzt.
Alles an einem Platz könnte man sagen. Der SD-Karten und Akku-Schacht wie Mirco-USB und Micro-HDMI Anschluss sind unter einer Abdeckung vereint. Nikon ist aktuell der einzige Hersteller der seine Outdoor Kameras mit einem Micro-USB Anschluss ausstattet. So ist ein Beladen mit einem handelsüblichen Ladekabel und mit Hilfe eines Solar Elite Guide Goal Zero 10 Plus stets möglich.
Gegenüber befinden sich 2 Tasten im Gehäuse. Die eine dient um per kippen und drehen die Funktionen der Kamera anzuwählen ähnlich wie bei der Touch-Funktion der Olympus TG-Serie (zum Test). Die zweite Taste ist die GPS Taste um seinen Track aufzeichnen zu können. Die GPS und auch GLONASS Daten werden direkt in die EXIFER der Bilder gespeichert.
Auf der Rückseite spielt sich alles ab: neben einem riesen 3 Zoll OLED Display mit einer Auflösung von 921.000 Pixel zeigt es jede Aufnahme in maximaler Qualität. Das Display ist kein Touch, kein Klapp,- oder Kippdisplay. Es ist wie bei Outdoor Kameras üblich (außer Olympus TG-850), fix verbaut. Rechts davon befinden sich alle Bedienelemente.
Die wichtigsten Tasten wurden einzeln platziert. Darunter die HD Video Aufnahme, die Foto-Vorschau, Menü, Papierkorb (Löschen) sowie der Szenen Modus. Am Steuerkreuz das eine 4 Wege Navigation erlaubt, klickt man durch das Menü oder aktiviert den Blitz den Selbstauslöser die Belichtungsreihe und das Makro. Die Zoom Wippe ist sehr klein geraten jedoch gut zu ertasten.
Nach dem ersten Check der Kamera und dem vertraut machen mit den wichtigsten Funktionen, unter anderem dem Szenen-Modus kam uns ein „aha“ über die Lippen. Der Nikon AW 120 sind zwar nur 18 Meter Tauchtiefe mitgegeben worden, der Tiefenmesser zeichnet jedoch von 0 bis 20 Meter an. ACHTUNG: wer zu tief taucht und dann einen Service beantragt sollte sich sicher sein, dass dies kein Garantiefall ist. Auch die Tiefe befindet sich in den EXIFER Daten.
Der Höhenmesser reicht von -300 bis +4500 Meter, auch ein Barometer ist mit dabei und geht von 500 – 1100hPa.
Action – Outdoor Einsatz
Bei einem Ausflug nach Kroatien konnte sich die Nikon AW 120 sogleich beim ersten Check-Dive unter Beweis stellen. Zuvor ging es per Boot hinaus um einen geeigneten Dive-Spot zu finden. Vorbei am Leuchtturmwärterhaus das sich bei maximaler Brennweite von 120mm mit Gegenlicht und Landschaft-Szene als passendes Motiv präsentierte.
Nach kurzer Fahrt war auch schon unser Dive-Place in Sicht und es hieß fertig machen für den ersten Sprung ins Wasser. Trotz strahlendem Sonnenschein wird es in den Tiefen des Meeres doch kühler. Der Nikon AW 120 macht dies nichts aus, ist sie doch frostsicher bis minus 10 Grad. Naja, zum Ice-Diving sind wir nicht gekommen.
Bei der Geschwindigkeit zeigte sie schon mal ihre Treffsicherheit und ließ trotz Bewegung im Wasser den Sprung scharf ablichten. Sehr gut trotz UW-Modus wird außerhalb vom Wasser der Weißabgleich richtig angepasst. Auch die Farben wirken natürlich und selten überzogen.
Dank der 18 Meter ist die Nikon AW 120 perfekt für alle OWD und Urlaubstaucher geeignet. Wer regelmäßig tiefer geht benötigt so oder so mehr Equipment. So hieß es „gut Luft“ und los ging die Entdeckungstour.
Eines fiel uns gleich auf: zwar verfügt die Nikon über einen Unterwasser-Modus, auf die jeweilige Tiefe passt sich der Fokus jedoch nicht an. Leider wird der Fokus umso tiefer es wird auch umso langsamer. Das Fokus-Hilfslicht schafft es nicht direkt zu fokussieren und bei 3maligem Versuch wird die Meldung im Display angezeigt „richten Sie das Objektiv neu aus“. à Fische werden bestimmt warten…
Zu Lande ist der Fokus auch bei schwachem Licht rasend schnell.
Dafür ist die Nikon wirklich einfach zu bedienen, keine Dreh-, und Wipp-Schalter wie es bei anderen Herstellern der Fall ist die sich gerne mal leicht verstellen lassen. Hier steht das reine Fotografieren im Vordergrund. Wer sich dann auch langsam den Tieren nähert bekommt tolle Bilder auf die Speicherkarte. Im Serienmodus gehen nicht mehr als 5 Bilder bei maximaler Auflösung. Dafür ist die Einzelaufnahme super flink, satte 1/4000 Sekunden und die Aufnahme ist geschehen.
Im Display wird steht´s die Tauchtiefe angezeigt, eine perfekte Kombi zum Tauchcomputer, um beim Fotografieren nicht den Überblick zur aktuellen Tiefe zu verlieren – zu verlockend ist die UW-Welt. Der ISO Bereich geht bis ISO 6400, dabei ist die Software so gut ausgewogen, dass selten über ISO 1600 fotografiert wird. Die Nikon enttäuscht so schnell keinen bei ihrem Aufgabenbereich. Auch Unterwasser ab einer Tiefe von 10 Metern kann der interne Blitz gut genutzt werden. Dies verringert wiederum die hohen ISO Bereiche.
Beim Betauchen einer kleinen Höhle die sich im Inneren als Grotte herausstellte wusste die Nikon AW 120 kurzfristig nicht ob wir unter Wasser in einer Höhle oder dann doch auf einem Berg sind. Ständig wechselte die Anzeige von Tiefenmesser, Höhenmesser und Barometer umher. Die Kamerafunktionen selbst waren alle verfügbar.
Beim Aufstieg in ca. 3 Meter Tiefe kam uns eine Qualle entgegen. Trotz ihrer transparenten Gestalt hatte die Nikon sogleich den Fokus fixiert und die Qualle perfekt in Szene gesetzt. Auch das Schimmern wurde sehr gut eingefangen.
Fazit
Nikon hat die AW – Serie sehr gut erweitert. Die Nikon AW 120 zieht dort weiter wo die AW 110 aufhörte.
Die schnelle Auslöseverzögerung von 1/4000 Sekunden, die maximale Belichtungszeit von 4 Sekunden lassen zwar keine manuelle Einstellungen zu, decken aber den Aufgabenbereich im Outdoor Bereich perfekt ab. 5 Bilder mit maximaler Auflösung in Serie reichen um den Sprung bestens in Szene zu setzen.
Der ISO Bereich ist im Pocketkamera-Segment Standard und das Weitwinkel von 24mm mit den gutem f2,8 lassen einen auch bei bedecktem Himmel gute, kontrastreiche Aufnahmen erstellen. Der Akku ist wirklich ein Kraftprotz mit weit mehr als 400 Aufnahmen inkl. ständiger Kontrolle am Display sind ein top Wert. So können auch mal gerne 2 oder mehr Tauchgänge bewältigt werden.
Alle wichtigen und technischen Daten können hier nach gelesen werden.
Für einen Preis ab 300 Euro ist derzeit die Nikon AW 120 erhältlich, somit liegt sie im Mittelfeld der Outdoorkameras. Wer es noch günstiger mag kann sich die Sony TF1 ansehen. Im direkten Vergleich mit der Nikon AW 120 kann man sich die Olympus TG-2 ansehen.
Quelle: Nikon
…weitere ActionCam´s – Outdoor Kameras findet ihr hier.
Über den Autor
Hallo in der Kamera Welt Hi, ich bin Steve: Ich fotografiere seit 2003 aktiv, sammelte meine Erfahrungen im Bereich der APS-Kameras und kam dann zu den Bridge-Kameras wo ich seit dem bei der Panasonic hängen geblieben bin. Parallel bin ich ein Fan der Outdoor-Kompakten wie von Olympus. Schwerpunkt: Panorama, Nachtaufnahmen und Unterwasser-Fotografie. Seit 2011 bin ich aktiv beim Blog smart-tech-news.eu (vorher smarttechnews.eu), und smartcamnews.eu mit dabei. Welche Art von Kameras ich auch immer in meine Finger bekomme, an Motiven fehlt es mir nie. Auch hier zu finden: https://telfner.com